Agent Dropoff

Agentic Commerce, nüchtern erklärt.

Agentic Commerce heißt: Ein KI-Agent übernimmt Teile des Einkaufs im Auftrag eines Menschen, vom Produktvergleich bis zur Kasse. Der Traffic solcher Agenten und agentischer Browser wuchs 2025 um 7.851 Prozent (HUMAN Security, März 2026).

01 Kurze Geschichte

Vom Kauf im Chat zum Kauf beim Händler.

September 2025: OpenAI startet Instant Checkout, der Kauf findet direkt im ChatGPT-Chat statt.

März 2026: OpenAI beendet das Modell nach fünf Monaten. Walmart nennt den Grund öffentlich: Käufe im Chat konvertierten dreimal schlechter als auf der eigenen Website (Search Engine Land). Seitdem gilt das Muster „Discover in AI, Buy on Site": Der Assistent berät und vergleicht, der Abschluss passiert im Shop des Händlers (Modern Retail).

Heute: 57,5 Prozent des weltweiten HTML-Traffics kommt von Maschinen (Cloudflare Radar, Juni 2026), und Protokolle wie ACP und UCP arbeiten daran, Kaufvorgänge zwischen Agent und Shop zu standardisieren.

02 Konsequenz

Der Händler-Checkout ist wieder der Ort der Entscheidung.

Für Händler zerfällt Agentic Commerce damit in zwei Aufgaben. Erstens gefunden und zitiert werden, wenn Assistenten beraten. Zweitens den Agenten durch Shop und Kasse lassen, wenn er kaufen will. An der zweiten Aufgabe scheitert der Handel heute messbar: In unserer Erhebung sperren 11 von 25 umsatzstarke DACH-Shops die KI-Kennungen schon an der Eingangstür (Zwischenstand August 2026).

Der Abbruch eines Agent-Kaufs an einer Hürde, die für Menschen gebaut wurde, hat einen Namen: Agent Dropoff, messbar als Agent Dropoff Rate. Die typischen Hürden samt Fix stehen im Ursachen-Katalog.