Agent Dropoff
Agent Dropoff ist der Abbruch eines Kaufs oder einer Anfrage durch einen KI-Agenten an einer Hürde, die für menschliche Besucher gebaut wurde.
Der Begriff beschreibt einen Verlust, der 2026 messbar wurde: 57,5 Prozent des weltweiten HTML-Traffics kommt von Bots, Maschinen stellen damit erstmals die Mehrheit (Cloudflare Radar, Juni 2026). Ein wachsender Teil dieser Maschinen will einkaufen. Der Traffic von KI-Agenten und agentischen Browsern wuchs 2025 um rund 8.000 Prozent (HUMAN Security, März 2026). Scheitert ein Agent an CAPTCHA, Kontozwang oder leerem HTML, geht der Auftrag an den nächsten Shop. Genau dieser Abbruch ist Agent Dropoff.
Englische Fassung: Agent dropoff (English definition)
Die Agent Dropoff Rate (ADR)
ADR = 1 − (abgeschlossene Agent-Vorgänge ÷ Agent-Sitzungen mit Kaufsignal)
Kaufsignal heißt: Ein identifizierter Agent ruft Produkt-, Warenkorb- oder Checkout-Seiten auf. Abgeschlossen heißt: Der Vorgang erreicht die Bestellbestätigung oder das Formularziel. Eine ADR von 0,95 bedeutet, dass 95 von 100 kaufwilligen Agent-Sitzungen vor dem Abschluss enden.
Wie Sie die Werte aus den eigenen Server-Logs gewinnen, steht unter Agenten messen.
Die sechs typischen Abbruchstellen
- CAPTCHADie Abwehr unterscheidet Kaufabsicht von Missbrauch bisher kaum. Der Agent scheitert am Rätsel und geht.
- KontozwangRegistrierungspflicht vor der Kasse. Agenten legen keine Konten an.
- JS-abhängiges RenderingPreis und Kaufen-Button entstehen erst im Browser. Für den Agenten bleibt das HTML leer.
- Instabile SelektorenGenerierte Klassennamen ändern sich mit jedem Deploy. Der Agent findet gelernte Elemente nicht wieder.
- Session-VerlustEin Schritt zurück leert den Warenkorb oder beendet die Sitzung.
- Spät auftauchende VersandkostenDie Summe ändert sich im letzten Schritt. Der Agent bricht ab, weil das Angebot vom Auftrag abweicht.
Agent Dropoff ist kein Cart Abandonment
Menschen brechen Warenkörbe aus eigenen Motiven ab: Preisvergleich, Ablenkung, spontane Entscheidung gegen den Kauf. Agenten brechen mechanisch ab. Sie hatten einen Auftrag und sind an einer Hürde gescheitert.
Deshalb greifen die üblichen Gegenmittel nicht. Exit-Popups, Rabatt-Overlays und Retargeting erreichen Agenten nie. Ein Popup ist für den Agenten keine Erinnerung, es ist die nächste Hürde.
Der Wendepunkt: März 2026
Im September 2025 startet OpenAI Instant Checkout: Der Kauf findet im Chat statt. Im März 2026 beendet OpenAI das Modell wieder, Käufer werden seitdem zum Abschluss auf die Händlerseite geschickt (Modern Retail, März 2026). Walmart lieferte die Begründung: Käufe im Chat konvertierten dreimal schlechter als auf der eigenen Website (Search Engine Land, März 2026).
Seitdem gilt: Die Kasse des Händlers ist wieder der Ort des Abschlusses. Ob ein Shop Agenten durchlässt, entscheidet über Umsatz, den kein Analytics-Report ausweist. Die Einordnung des Umfelds steht unter Agentic Commerce erklärt.
Die eigene ADR kennen.
Das Agent Conversion Audit misst sie mit echten Agenten-Durchläufen, zum Festpreis von 1.900 Euro. Die Verteilung im DACH-Handel erhebt der Agent Readiness Report.